Statistiken Einbrüche

ZAHLEN UND HINTERGRÜNDE ZUM THEMA EINBRUCH

Im Jahr 2015 wurde in Deutschland mehr als 167.000 mal eingebrochen. 167.000 Wohnungen, Häuser, Gewerbeflächen, Praxen, Büros oder Garagen, in die sich unerlaubt Zutritt verschafft wurde. Umgerechnet bedeutet das, dass etwa alle 2 Minuten irgendwo in Deutschland Einbrecher Fenster oder Türen einschlugen, aufhebelten, Kellertüren aufbrachen, gekippte Fenster aushängten oder auf andere Art und Weise in Wohn- und Gewerbeobjekte eindrangen.

Allein im Vergleich zum Vorjahr 2014 stieg die Zahl der Einbrüche um fast 10% und setzt somit den Trend der vergangenen Jahre fort. Seit 15 Jahren wurde jedes Jahr ein neuer Höchstwert erreicht.

Im Gegensatz dazu ging die Aufklärungsquote der Polizei in den letzten Jahren zurück: Im Jahr 2014 wurden lediglich 15,9% aller Einbrüche in Deutschland aufgeklärt. Der Großteil der Täter kam unerkannt davon.

Lange galt die Vorstellung, dass Einbrecher besonders nachts auf Beutezug gehen - diese Annahme ist jedoch falsch. Nachts sind die meisten Menschen daheim; die Gefahr entdeckt zu werden ist für die Täter um ein Vielfaches höher. Stattdessen schlagen die meisten Einbrecher am hellichten Tag zu, meist vormittags wenn die Bewohner unterwegs und bei der Arbeit sind.

Ein Grund für den starken Anstieg der Einbruchszahlen in Deutschland ist die EU-Osterweiterung. Aus den östlichen Ländern kommen Banden zu uns, die gezielt und professionell vorgehen. Oft spähen sie die Objekte, in die sie einbrechen wollen, vorher ausgiebig aus und beobachten das Verhalten der Bewohner. Der Einbruch selber läuft ohne Lärm und Aufsehen ab und häufig sind die Täter nach wenigen Minuten wieder verschwunden. Die Profi-Einbrecher wissen genau was es sich zu stehlen lohnt, was einfach zu Geld gemacht werden kann und verursachen deutlich höhere finanzielle Schäden als die sogenannten Gelegenheitseinbrecher, die wahllos Wohnungen und Häuser für Ihre Taten aussuchen und häufig auch Bewohner überraschen oder von Nachbarn beobachtet werden. Ein Grund für Gelegenheitseinbrüche ist häufig eine Drogenabhängigkeit der Täter, für deren Finanzierung sie schnell Bargeld brauchen. Der finanzielle Schaden ist oft geringer; der Sachschaden und der emotionale Schaden ist jedoch genau so hoch wie bei Profi-Einbrecherbanden.

Der finanzielle Schaden eines Einbruchs beträgt rund 3300 €. Diese Summe haben die deutschen Versicherer in den letzten Jahren durchschnittlich für die entwendeten Gegenstände und die Sachschäden im Falle eines Einbruchs an die Opfer gezahlt. Nicht eingerechnet sind jedoch "persönliche" Schäden: Der Wert eines Schmuckstücks der verstorbenen Großmutter ist für die Einbruchopfer um ein vielfaches höher als der reelle Wert. Werden beispielsweise Computer oder Festplatten gestohlen oder beim Durchsuchen der Wohnung zerstört sind Familienfotos und -videos unwiederbringlich verloren. Der materielle Wert eines zerstörten Fotoalbums beträgt vielleicht ein paar Euro - die Erinnerungen und Gefühle, die mit den Fotos verbunden sind, sind hingegen unersetzlich.

Außerdem hinterlässt ein Einbruch immer auch psychische Folgen bei den Opfern: nicht nur wenn man dem Einbrecher plötzlich gegenüber steht bleibt doch immer ein ungutes Gefühl nachdem das eigene Zuhause unerlaubt betreten und durchsucht wurde. Viele Menschen, deren Wohnung oder Haus einmal Einbrechern zum Opfer fiel, leiden unter Ängsten, fühlen sich unsicher und leiden noch Jahre nach der Tat an Depressionen und Schlafstörungen. Meist fühlt man sich in den aktuellen vier Wänden nicht mehr sicher und sieht sich gezwungen umzuziehen, da die Angst vor einem erneuten Einbruch im selben Haus exponentiell nach einem einmaligen Einbruch steigt.

 

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EIN EINBRUCH BEDEUTET VIEL MEHR ALS GESTOHLENE GEGENSTÄNDE UND VERWÜSTETE RÄUME

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung ist ein geschützter Rückzugsort, wo sich die Bewohner geborgen und sicher fühlen. In den eigenen Räumen kann man ganz man selbst sein und die Einrichtung und Ausstattung ist ein Ausdruck der Persönlichkeit der Menschen, die dort wohnen. Durch einen Einbruch wird dieser Ort des Friedens und der Privatsphäre oftmals zerstört:Viele Menschen, bei denen einmal eingebrochen wurde, fühlen sich nach der Tat in den eigenen Vier Wänden nicht mehr sicher. Sie haben Angst vor einem erneuten Einbruch und fühlen sich rundum nicht mehr sicher. Diese Unsicherheit führt oft zu Schlafstörungen und innerer Unruhe. In einigen Fällen entwickelt sich nach einem Einbruch oder Einbruchversuch sogar eine so genannte Posttraumatisches Belastungs-Störung (PTBS). Als Symptom einer solchen Störung durchleben die Opfer die Tat wieder und wieder, tagsüber und auch nachts in Form von Albträumen. In einigen Fällen klagten Einbruchopfer sogar über Depressionen, die durch das traumatische Erlebnis ausgelöst wurden. In vielen Fällen steigert sich die Angst mit der Zeit, da das Gehirn die Wohnung oder das Haus mit dem Einbruch verknüpft und so Tag für Tag wieder an die Einbrecher erinnert wird. Diese Angst und der psychische Stress können so weit gehen, dass die Bewohner sich gezwungen sehen das eigene Zuhause aufzugeben und in eine andere Wohnung umzuziehen.

Es muss nicht einmal eine direkte Konfrontation mit den Tätern stattfinden, um die Psyche der Opfer zu belasten. Wenn man erst nach der Tat nach Hause kommt und alle persönlichen Gegenstände durchwühlt vorfindet, ist das zunächst einmal ein Schock. Es waren Fremde in der eigenen Wohnung, die man keiner fremden Person einfach so öffnen würde. Fremde, die Chaos verursachen, vor nichts Halt machen und vielleicht auch persönliche Erinnerungsstücke entwenden oder zerstören.

 

Umfragen unter Einbruchopfern haben ergeben:

 

  • Vor einem Einbruch hielten sich 93% der befragten Personen gerne in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus auf - nach einem Einbruch sind es nur noch 33%
  • 91% der Bewohner hatten vor der Tat keine Angst wenn sie zuhause in der eigenen Wohnung waren - nach der Tat fühlen sich nur noch 67% sicher
  • Umgekehrt fühlten sich nur 9% der Personen vor einem Einbruch unsicher während 56% nach der Tat unsichere Gefühle hegen

 

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